Letzte Woche habe ich mir ein neues Buch gekauft. Dieses habe ich mir nicht online bestellt, sondern ich habe es mir in einer lokalen Buchhandlung besorgt. Zwar bin ich online auf das Buch aufmerksam geworden. Allerdings war mir bewusst, dass es zu dem Buch eine Originalausgabe in englischer Sprache sowie eine übersetzte Version in deutscher Sprache gibt. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, in eine Buchhandlung zu fahren und beide Exemplare ein paar Seiten Probe zu lesen um mich dann für eine der beiden Ausgaben zu entscheiden.

MS Live Geschäftsidee

AUTOR

Martin

Veröffentlicht am

January 25, 2023

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Doch mein Besuch in der Buchhandlung letzte Woche war nicht mein erster Besuch. Bereits vor ein paar Wochen hatte ich die Buchhandlung besucht und in verschiedene Bücher reingelesen. Dabei ist mir dann die englischsprachige Originalausgabe aufgefallen, in welche ich sofort einen Blick geworfen hatte. Das Buch befand sich immer noch auf meiner Liste mit Büchern, welche ich gerne lesen möchte. Schnell fand ich gefallen an dem was ich las. Aber dann fiel mir wieder ein, dass es zu diesem Buch ja auch eine deutsche Übersetzung gibt. Nach der deutschen Ausgabe hatte ich mich bei meinem ersten Besuch nicht weiter umgesehen. Vielmehr hielt ich es für richtig, die Bücher, in welche ich an diesem Tag reingelesen hatte, gedanklich erstmal etwas zur Seite zu legen. Bei meinem nächsten Besuch würde ich dann kurz in die deutsche Übersetzung reinlesen und mich dann für eine der beiden Ausgaben entscheiden.

So habe ich mich letzte Woche also wieder auf den Weg in die Buchhandlung gemacht. An dem Informationstisch habe ich gefragt, ob überhaupt eine deutsche Übersetzung des Buches verfügbar sei. Die Mitarbeiterin hat im System nachgeschaut und zu ihrer eigenen Verwunderung festgestellt, dass insgesamt drei verschiedene deutsche Übersetzungen vorrätig seien. Schnell fand ich den Bereich in der Buchhandlung, wo die deutschen Übersetzungen nebeneinander aufgereiht waren. In der Tat befanden sich dort drei verschiedene Ausgaben in deutscher Sprache. In diesem Fall sah ich mich förmlich gezwungen, alle drei Ausgaben kurz Probe zu lesen. Als ich fertig war stellt ich fest, dass mich grundsätzlich jede der drei Ausgaben anspricht. Schnell stellte ich aber auch fest, dass die Sachverhalte immer wieder auf verschiedene Art und Weise dargestellt werden. Dies war nicht weiter verwunderlich, denn schließlich stammten die drei Ausgaben von drei verschiedenen Autoren.

Im Endeffekt hat mich die unterschiedliche Aufbereitung der Informationen dann aber doch etwas irritiert. Schließlich wollte ich ja den „richtigen“ Inhalt haben, also den, der in einer deutschen Übersetzung am nächsten an der englischsprachigen Originalausgabe liegt. Wie aber sollte ich beurteilen, welche Ausgabe nun die „beste“ sei, wenn ich die englischsprachige Version noch nicht gelesen hatte? Was in keinem Fall in Frage kam war, alle drei deutschen Übersetzungen mitzunehmen. Nach einer Weile tendierte ich zu der deutschen Übersetzung, in welche ich als erstes reingelesen hatte. Trotzdem war ich etwas „genervt“, denn jetzt lag die Entscheidung bzgl. dem Kauf des Buches nicht mehr nur zwischen der deutschen sowie der englischsprachigen Ausgabe, sondern jetzt standen insgesamt vier Exemplare zur Auswahl (die drei deutschen Übersetzungen sowie die englischsprachige Originalausgabe).

Da mir relativ schnell klar war, dass ich nicht einfach spontan eine der drei deutschen Übersetzungen mitnehmen wollte, habe ich in der Buchhandlung wieder den Bereich aufgesucht, in dem sich die englischsprachige Originalausgabe befand. Wieder habe ich ein paar Seiten gelesen. Nach ca. zehn Minuten war mir klar, dass es kein Fehler sei, wenn ich das Buch mitnehmen würde. Und genau das habe ich dann gemacht und damit die deutschsprachigen Übersetzungen gedanklich zur Seite geschoben. Ich habe für mich realisiert, dass es zwar einen Unterschied darstellt, ob man eine Originalausgabe oder eine „gefärbte“ Übersetzung liest. Entscheidend dafür, warum ich mich jedoch im Endeffekt für die Originalausgabe entscheiden konnte war der Punkt, dass ich realisiert habe, dass der Unterschied mit ziemlich hoher Gewissheit nicht so groß sei, als dass dies einen signifikanten Unterschied auf mein Denken und Handeln haben werde. Als den größten Unterschied sehe ich nämlich den Fakt, das Buch gar nicht erst zu lesen. Die „Lehren“ des Buches sollten aber in beiden Ausgaben nahezu identisch sein. Im Endeffekt ist es ja das, was ich erfahren möchte. Und so ziehe ich aus dem hier beschriebenen Kauf des Buches bereits eine Lehre, welche ich bereits hier auf MS Live anwende: In Situationen, in denen man davon ausgehen kann, dass der Unterschied der beiden Alternativen sich nicht signifikant und unmittelbar auf meine jetzige Existenz auswirkt (d. h. in Situationen, in denen beide Alternativen für mich keinen direkten Schaden bedeuten sowie mich nicht in direkte Schwierigkeiten bringen) ist es richtig, sich so schnell wie möglich für eine der beiden Alternativen zu entscheiden.

Ich finde es vertretbar, dass ich nach meinem ersten Besuch in der Buchhandlung die englischsprachige Originalausgabe noch nicht mitgenommen hatte. Ich hatte an diesem Tag in sehr viele Bücher reingelesen. Da ich seit mehreren Jahren nach dem Prinzip verfahre, dass ich lieber 50 Bücher dreimal lese anstatt 150 Bücher einmal, ist es mir wichtig, keine spontanen Buchkäufe zu tätigen. An meinem ersten Besuch hätte ich ohne Probleme zehn Bücher mitnehmen können, die alle irgendwie „interessant“ sind. Aber das steht im Gegensatz zu meinem oben beschriebenen Prinzip. Ich lese nämlich die Bücher, welche ich kaufe, tatsächlich und kaufe sie nicht deswegen, um sie in mein Regal zu stellen, sodass es für andere Menschen die mich besuchen so aussehe, als würde ich mich für ein bestimmtes Thema interessieren bzw. mich darin auskennen. Deswegen muss ich vorsichtig sein, mir ohne Reflektion irgendwelche „Bestseller“ in´s Bücherregal zu stellen. Sich ein Buch zu kaufen und es ungelesen in´s Regal zu stellen empfinde ich als schlimmer als ein bestimmtes Buch nicht gekauft zu haben. Bei meinem zweiten Besuch war mir aber klar, dass ich keinen Mehrwert schaffe, wenn ich die Buchhandlung ohne eine entsprechende Ausgabe des von mir bevorzugten Buches verlasse.

Ich denke nicht, dass es ein Patentrezept dafür gibt, wann man sich für eine Originalausgabe in z. B. englischer Sprache und wann man sich für eine deutsche Übersetzung entscheiden sollte. Am gleichen Tag habe ich nämlich noch ein zweites Buch mitgenommen, und hierbei handelt es tatsächlich um die deutsche Ausgabe anstatt der englischsprachigen Originalausgabe. Auch dieses Buch stand seit längerem auf meiner Liste und fällt daher nicht in die Kategorie „Spontankauf“. Ich habe noch nicht herausgefunden, warum ich bei dem ersten Buch die Originalausgabe bevorzugt habe und bei dem zweiten Buch die Übersetzung. Und vielleicht ist auch deswegen der Titel des heutigen Artikels zweisprachig. So gesehen das Beste aus beiden sprachlichen Welten. Mir fällt in diesem Zusammenhang auf, dass sich „Decision making“ viel leichter und einfacher anhört als das strukturierte und geordnete „Treffen von Entscheidungen“. „Decision making“ erzeugt in mir eine gewisse Macher-Mentalität, ein unbeschwängliches „let´s do it“ sowie die gleichzeitige Bestätigung, dass es irgendwie egal ist, für welche Alternative man sich entscheidet. Hauptsache, man entscheidet sich. „Treffen von Entscheidungen“ klingt da schon viel ultimativer. Wenn man von einer Kanonenkugel „getroffen“ wird dann ist man mit hoher Wahrscheinlichkeit entweder schwer verletzt oder tot. Irgendwie geht´s beim „Treffen von Entscheidungen“ um´s Ganze. Hier steht jetzt alles auf dem Spiel. Hier schwingt eine gewisse Schwere mit und das Abwägen der Alternativen wird immens wichtig.

Wenn man es erfolgreich schafft, zwischen wichtigen und unwichtigen Entscheidungen zu unterscheiden, dann kann man voraussichtlich durch die Anwendung beider Prinzipien sich effizienter entscheiden. D. h. bei relativ unwichtigen Entscheidungen am besten nach dem beschriebenen Prinzip des „decision making“ verfahren und bei wichtigen Entscheidungen „eine Entscheidung treffen“. So now I will take some time to go through the content of the english-written book I purchased last week. Und danach widme ich mich dem Inhalt der deutschsprachigen Ausgabe des zweiten Buches. Englisch und Deutsch. Best of both worlds.